karma

Omik K – Karma

Denn ver­giss nicht: Hochmut kommt er­st vor dem Fall …
In die­ser zer­brech­li­chen Welt aus Kristall.

Wer sein Album mit ei­nem Gesprächsausschnitt zwi­schen Ritter Antonius Block und dem per­so­ni­fi­zier­ten Tod aus dem Film "Das sie­ben­te Siegel" be­ginnt, der gibt von Anfang an ei­ne ge­wis­se Marschroute vor. Dass nach ei­nem Plausch mit dem Sensenmann nicht mehr viel mit Friede, Freude, Eierkuchen ist, soll­te klar sein – selbst wenn ei­nem der Name Omik K vor­her viel­leicht kein Begriff war.

So vor­her­seh­bar und klar wie die Wege, die der Leipziger mit sei­nem neu­en Album be­schrei­tet, hät­te es dann aber doch nicht sein müs­sen. "Karma" hakt ka­te­go­ri­sch al­le Thematiken ab, die Straßenrap im Jahr 2016 so braucht. Im "Teufelskreis" der Straße be­müht si­ch der ost­deut­sche Rapper, ei­nen "Schlussstrich" un­ter sei­ne Kontakte zu al­len "Puta Madres" zu zie­hen, die in der Vergangenheit sein Leben er­schwer­ten. Mit der spa­ni­schen Beleidigung meint er na­tür­li­ch al­le il­loya­len Kollegen und Ex-​Bekanntschaften aus frü­he­ren Zeiten. Zumindest ei­ne feh­len­de Stringenz kann man Omik K nicht vor­wer­fen, denn die­ser ro­te Faden zieht si­ch durch die ge­sam­te Platte. Authentisch vor­ge­tra­gen wird der Rap eben­falls: Die druck­vol­le, ag­gres­si­ve Stimmlage wirkt durch­aus at­mo­sphä­ri­sch. Allerdings täuscht dies lei­der nur sel­ten dar­über hin­weg, dass "Karma" we­der mu­si­ka­li­sch no­ch the­ma­ti­sch wirk­li­ch vom Hocker zu rei­ßen weiß. Bedauerlicherweise wird man nie das Gefühl los, al­les schon ir­gend­wo ein­mal an­ders oder gar bes­ser ge­hört zu ha­ben. Erst ge­mein­sam mit dem Plusmacher, der mit sei­nem ty­pi­schen Kopfnicker-​Sound zu über­zeu­gen weiß, wird der Vibe des Albums ge­gen Ende ein we­nig auf­ge­lo­ckert.

Ein schlech­ter Rapper ist Omik K ge­wiss nicht, doch sta­gniert sein Album ir­gend­wie stets in der Mittelmäßigkeit, wo eben be­reits un­zäh­li­ge an­de­re Straßenrapper ihr Dasein fris­ten. Den gänz­li­ch ei­ge­nen Stil scheint der Leipziger auch auf sei­nem nun­mehr vier­ten Album nicht wirk­li­ch ge­fun­den zu ha­ben. Genug Zeit, sei­ne Art zu per­fek­tio­nie­ren, dürf­te ihm ja no­ch blei­ben: Der Tod aus dem Opener scheint auch am Ende des Einspielers no­ch ver­tieft in ei­ne Partie Schach mit Ritter Block und kei­nes­wegs mehr in­ter­es­siert am "Karma" von Omik K.

(Sven Aumiller)

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