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AzudemSK – Bis das Leben ap­plau­diert

Schwestern, 'Life is a Bitch' war ges­tern.
Und das' für dich, wenn du be­reit bist, et­was zu ver­än­dern.

Die Bezeichnung "Untergrund-​Künstler" könn­te wohl tref­fen­der nicht sein für Jemanden wie AzudemSK. Zehn Jahre lang ver­öf­fent­licht der Münsteraner be­reits sei­ne Musik in Eigenregie, Hilfe holt er si­ch le­dig­li­ch in Sachen Vertrieb bei HHV. Und der ak­tu­ell üb­li­che Interviewmarathon? Geschenkt. Die kürz­li­ch er­schie­ne­ne Vinyl-​Neuauflage sei­nes Debüts war trotz­dem bin­nen kür­zes­ter Zeit aus­ver­kauft. Grund ge­nug al­so, der treu­en Fanbase no­ch ein neu­es Album hin­ter­her­zu­schie­ben.

Dennoch han­delt es si­ch um kei­nen Schnellschuss, denn die Videosingle des Titeltracks "Bis das Leben ap­plau­diert" er­schien be­reits Anfang 2015. In der Zwischenzeit hat AzudemSK 13 wei­te­re Tracks für das neue Werk auf­ge­nom­men. Nun heißt es aber end­li­ch: "Ich bin be­reit". Dabei stößt er nicht nur in neue Gefilde vor, son­dern knüpft mit Titeln wie "Mad Flavor Pt. II" oder "Deine Liebe" naht­los an Tracks sei­nes Debüt-​Albums an. Doch nicht nur Fans der ers­ten Stunde, son­dern auch sei­nen neu­en Hörern wird das ein oder an­de­re Gimmick wie die Referenzen auf Nas und an­de­re Golden Era-​MCs ge­bo­ten. Inhaltlich ar­bei­tet der Rapper da­bei Themen auf, die ihn per­sön­li­ch be­schäf­ti­gen: Dem ver­stor­be­nen Freund zollt er in sei­nen Texten eben­so Tribut wie der ei­ge­nen Heimat. Und wird ge­ra­de nicht die ei­ge­ne Vergangenheit auf­ge­ar­bei­tet, geht es um das Weltgeschehen oder die Meinung zur Polizei. Ralfs Rap-​Stil ist da­bei au­then­ti­sch wie eh und je, was nicht zu­letzt sei­ner pas­send ag­gres­si­ven Stimme zu ver­dan­ken ist. Trotzdem ist die Musik kein Stück ner­ven­auf­rei­bend, son­dern wirkt durch die Beats von Producern wie Adlib Swayze oder Krey an­ge­nehm aus­ba­lan­ciert. Denn die Instrumentals bil­den mit ih­rem Mix aus ent­spann­tem Boom bap und mo­der­nen Elementen wie jaz­zi­ge Gitarren-​Riffs ei­nen be­ru­hi­gen­den Kontrast zu den Raps. Entsprechend ab­ge­run­det wird das Ganze no­ch durch Features von un­ter an­de­rem Dramadigs–Mitglied Tsnd Mrk oder der sehr ein­präg­sa­men Gesangseinlage von Pierre Sonality.

AzudemSKs neu­es­tes Album macht kurz ge­sagt al­les rich­tig. Hier tref­fen Kopfnicker-​Beats en mas­se auf ei­nen fä­hi­gen MC, der sei­nen ganz ei­ge­nen Vibe ver­brei­tet und per­sön­li­che Texte schreibt, oh­ne si­ch selbst in den Vordergrund zu rü­cken. Wenn das Leben Ralf nach sei­nem neu­es­ten Streich al­so nicht ap­plau­diert, dann hat es wohl was an den Ohren.

(Lukas Päckert)

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