Hayat_AusSpassWurdeErnst

Hayat – Aus Spaß wur­de Ernst

Es fing al­les an in der Grundschule:
Ich war der Klassenclown und war der ganz Coole.

Wer als Kind schon zum Mic greift, wird mit Glück nur be­lä­chelt und so mo­ti­viert, wei­ter am ei­ge­nen Können zu fei­len. Trifft man so jung aber schon halb­wegs den Takt und wird auch no­ch von ei­nem gro­ßen Namen sup­por­tet, kann es sein, dass Rapmedien nach Labeldeals fra­gen, no­ch be­vor ein ei­ge­ner Stil zu er­ken­nen ist. In Hayats Fall schien nach Artikeln über den "13-​jährigen Newcomer" zu­min­dest schnell wie­der Ruhe ein­zu­keh­ren, da­mit der Tempelhofer si­ch ent­wi­ckeln konn­te. Wirklich lan­ge woll­te er wohl nicht war­ten: Er prä­sen­tiert ak­tu­ell mit knapp 16 Jahren sein Debüt "Aus Spaß wur­de Ernst". Aber ist Hayat schon be­reit für ei­ne Karriere?

Was schon im "Intro" klar wird: Hayat ist de­fi­ni­tiv no­ch kein Profi. Unsicherer Stimmeinsatz, ein ab und an doch recht wa­cke­li­ger Flow und Schwierigkeiten hin­sicht­li­ch des Tempos zeu­gen da­von, dass er auf dem Weg zum ge­stan­de­nen Rapper no­ch ei­ni­ge Schritte vor si­ch hat. Denn auch wenn hier und da recht krea­ti­ve Ansätze zu ent­de­cken sind, er­schei­nen die meis­ten Aspekte des Albums doch eher schlecht als recht um­ge­setzt. Skits, die den Werdegang Hayats dar­stel­len sol­len und da­durch ei­nen durch­aus in­ter­es­san­ten ro­ten Faden bil­den, lei­den stark un­ter dem eher frag­wür­di­gen schau­spie­le­ri­schen Talent der Akteure. Die Abwechslung von über­spitz­ten Straßenrap-​Representern und nach­denk­li­chen Storytellern mag auf Deutschrapalben zwar durch­aus ein be­lieb­tes Stilmittel sein, schei­tert in Hayats Fall je­doch an man­geln­der Überzeugungskraft durch tech­ni­sche wie sprach­li­che Makel. Alles in al­lem wirkt "Aus Spaß wur­de Ernst" ein­fach no­ch zu ama­teur­haft, um si­ch in die­ser un­über­sicht­li­chen, viel­schich­ti­gen Szene wirk­li­ch eta­blie­ren zu kön­nen.

Hayat hät­te wohl gut dar­an ge­tan, sein Album schon in der Planungsphase auf ei­ne EP ge­sund­zu­schrump­fen und an ei­ner klei­ne­ren Anzahl von Tracks zu fei­len, bis die­se voll­ends über­zeu­gen kön­nen. Letztlich rauscht "Aus Spaß wur­de Ernst" ir­gend­wie am Hörer vor­bei und fällt lei­der le­dig­li­ch durch sei­ne Makel auf.

(Daniel Fersch)

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