Eko Fresh – Freezy

Zum hun­dert­ers­ten Mal bin ich back, back, back – kor­rekt.

Er arbei­tet hart, das muss man Eko Fresh las­sen. Neben sei­ner Tätig­keit als Schau­spie­ler, inzwi­schen mit eige­ner TV-​Serie, bringt der Musi­ker mit "Fre­e­zy" sei­nen bis dato neun­ten Lang­spie­ler auf den Markt. 15 Jah­re ist der Köl­ner mitt­ler­wei­le am Start, sei­ne Dis­ko­gra­fie reicht dabei von Stra­ßen­rap über Komö­di­an­ti­sches bis zu Old­school­tracks. Die­se Ingre­di­en­zen fin­den sich auch auf "Fre­e­zy" wie­der. Doch kann Eko den wil­den Mix wirk­lich sinn­voll zusam­men­füh­ren?

Als "Rap­schwer­ge­wicht" und "Legen­de" lässt sich der Rap­per im "Intro" groß­spu­rig ankün­di­gen – Beschei­den­heit ist eine Eigen­schaft, die man bei Eko Fresh schon immer ver­geb­lich such­te. Doch ist dies für Rap­mu­sik ja nicht schäd­lich, viel eher sogar zuträg­lich. Auf "Fre­e­zy" färbt die­ses Behar­ren auf den eige­nen Leis­tun­gen aller­dings stark den Inhalt der Plat­te. Auf "Dan­ke Ek!" ver­liert sich Eko etwa im sinn­lo­sen Aufzähl-​Flow des "Son­nen­bank Fla­vours" inklu­si­ve eini­ger Anspie­lun­gen in die­se Rich­tung. "Will­kom­men in mei­ner Welt" resü­miert dann aber­mals den Wer­de­gang des Köl­ners. So ist "Fre­e­zy" voll­ge­packt mit Selbst­re­fe­ren­zia­li­tät, die wirk­lich neu­en Inhal­ten meist im Weg steht. Zu oft ver­fängt sich Eko in sei­ner selbst­ge­wähl­ten Rol­le: "Mit dem Mic und nicht mit der Waf­fe. Denn ich bin die­ser Hip­Hop Kana­ke!" Als sol­cher steht das Zei­gen der Skills im Vor­der­grund, was neben net­ten Flow­pas­sa­gen lei­der auch eine Men­ge Zweck­rei­me bedeu­tet. In Ver­bin­dung mit den an die Gol­den Era ange­lehn­ten Beats fin­den sich hier­bei aber den­noch ein paar hörens­wer­te Momen­te. So ist "Blatt Papier" bei­spiels­wei­se ein strai­gh­ter Track, der mit sei­ner hung­ri­gen Vor­trags­wei­se durch­aus zu über­zeu­gen weiß.

Ins­ge­samt zer­fällt "Fre­e­zy" aber zwi­schen Eko Freshs zwie­späl­ti­ger und erzwun­ge­ner Eigen­rol­le und den blo­ßen Selbst­be­zü­gen. Dadurch wir­ken die ins­ge­samt 18 Tracks meist wenig ori­gi­nell und wie Remakes oder Fort­set­zun­gen schon erschie­ne­ner Eko-Songs – wie es bei "Rap Lexi­kon (Band 2)" sogar tat­säch­lich der Fall ist. Sicher­lich macht dies alles den Sprech­ge­sang auf "Fre­e­zy" nicht schlecht, doch wirk­lich fri­sche oder gar inno­va­ti­ve Ide­en las­sen sich hier kaum fin­den.

(Flo­ri­an Peking)

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(Ama­zon mp3)

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