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Nimo – Habeebeee

Alles nur Pissbacken, Diggi!

Celo & Abdi ha­ben ein Händchen für mo­ti­vier­te Nachwuchskünstler. Erst vor we­ni­gen Jahren ent­deck­ten sie Olexesh, der seit­dem wie ein Verrückter re­cor­det und Releases raus­haut. Der neue Schützling der 385i-​Labelchefs ist Nimo, der si­ch be­waff­net mit Bucket-​Hat und wag­hal­si­gen Flowpassagen auf­macht, dem er­folg­rei­chen Pfad sei­ner Vorgänger zu fol­gen. Beweist er mit "Habeebeee", dass er das Zeug da­zu hat?

Die ei­gen­wil­li­ge Schreibweise des Mixtapetitels gibt be­reits ei­nen Eindruck, wie Nimo mit Aussprache und Sprache im Allgemeinen ver­fährt. Ähnlich wie sei­ne Wegbereiter aus dem er­wei­ter­ten Azzlackz-​Umfeld, ent­wi­ckelt der Newcomer aus Slang und aus­län­di­schem Vokabular sei­nen ganz ei­ge­nen krea­ti­ven Sprachduktus. Doch mehr no­ch als Haftbefehl, Celo & Abdi und Co. nutzt er dies, um sei­nen Flow ab­zu­run­den. Fast schon an ei­nen ScHoolBoy Q oder so­gar Kendrick Lamar er­in­nernd, rast der Stuttgarter va­ria­ti­ons­reich und mit­rei­ßend über die Beats. Besagte Instrumentals rei­chen von mo­der­nen Trap-​Brettern bis zu west­co­ast­mä­ßi­gen Throwbacks, bei de­nen man aus Nimos Rap klar sei­ne Vorliebe für Tupac her­aus­hört. Seine Stimme setzt der Rapper durch­weg ab­wechs­lungs­reich ein und be­weist im­mer wie­der ei­ne aus­ge­spro­che­ne Experimentierfreudigkeit. Da ist es auch zu ver­schmer­zen, dass Nimo so man­che Silbe et­was zu über­zo­gen oder spitz be­tont. Die Features kön­nen ab­seits der üb­li­chen Verdächtigen (wie Hanybal und Olexesh) lei­der we­ni­ger über­zeu­gen. Ob auf "Fake" mit Brate oder "Alupacks er­näh­ren mi­ch" mit O.G. – der Protagonist stiehlt dank sei­ner stim­mi­gen Dynamik sei­nen Gästen mit Leichtigkeit die Show.

Nimos über­bor­den­de Delivery dürf­te nicht für je­den et­was sein. Doch klingt der en­er­gie­vol­le Rap des 385i-​Schützlings fri­sch und un­ver­braucht und hebt si­ch so deut­li­ch von der Gleichförmigkeit vie­ler sei­ner Genre-​Konsorten ab. Auch wenn auf dem mit 23 Tracks voll­be­la­de­nen Mixtape nicht durch­ge­hend das Niveau ge­hal­ten wer­den kann, soll­te der ge­mei­ne Deutschrapfan "Habeebeee" auf je­den Fall ei­ne Chance ge­ben – ist es doch die hung­rigs­te Straßenrap-​Platte des no­ch jun­gen Jahres und ein viel­ver­spre­chen­des Debüt des Newcomers.

(Florian Peking)

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