Falk Schacht

Fragt man nach den wohl bekann­tes­ten Jour­na­lis­ten im Bereich Deutschrap, dürf­te in der nach­fol­gen­den Auf­lis­tung mit sehr hoher Wahr­schein­lich­keit der Name "Falk Schacht" fal­len. Bekannt durch VIVA, Mixe­ry Raw Delu­xe, JUICE, Intro et cete­ra zählt er seit über einem Jahr­zehnt zu den renom­mier­tes­ten Ver­tre­tern sei­ner Zunft. Der aktu­el­le Schritt: ein eige­ner Kino­film. Nun gut – fast, denn mit Mar­cus Stai­ger hat der gebür­ti­ge Han­no­ve­ra­ner in "Black­tape" einen wei­te­ren Hau­de­gen der alten Schu­le an sei­ner Sei­te. War­um der Reportage-​ähnliche Strei­fen trotz aller Anzei­chen kei­ne Mock­u­men­ta­ry ist, wie die Dreh­ar­bei­ten unter der Regie von Sék­ou ablie­fen und was der Film, der seit Kur­zem über die Kino­lein­wän­de Deutsch­lands flim­mert, eigent­lich aus­sa­gen will, ver­rät Falk in unse­rem Inter­view.

MZEE​.com: Wir wür­den heu­te ger­ne über eure Mock­u­men­ta­ry "Black­tape" reden und dem­entspre­chend ganz am Anfang begin­nen: Wo und wann ent­stand die Idee zu dem Film?

Falk: Da muss ich gleich eines vor­weg­neh­men: Wir weh­ren uns vehem­ment dage­gen, dass es eine Mock­u­men­ta­ry ist. Der Begriff ist in Deutsch­land lei­der durch "Frak­tus" geprägt – aber so ist "Black­tape" nicht. "Frak­tus" hat­te ein Dreh­buch, ist ein Stu­dio Braun-​Film und jeder hat eine Rol­le gespielt. Das haben wir nicht. Alle Men­schen, die du in dem Film siehst, sind sie selbst – und des­halb ist das kei­ne Mock­u­men­ta­ry. Es ist eine expe­ri­men­tel­le Doku­men­ta­ti­on. Stai­ger und ich wuss­ten nicht, was auf uns zukommt – wir haben die Kon­trol­le kom­plett an Sék­ou (Regis­seur, Anm. d. Red.) abge­ge­ben, der sich selbst ger­ne als eine Art "Game­mas­ter" bezeich­net hat. Man könn­te auch tat­säch­lich sagen, dass er uns im Gott­mo­dus durch­ge­spielt hat. Wir muss­ten gucken, was pas­siert und wie wir dar­auf reagie­ren. Es gibt davon über 150 Stun­den Film­ma­te­ri­al und als der Cut­ter am Ende alles gesich­tet hat­te, war er recht ver­zwei­felt, weil er nicht wuss­te, wo der Film dar­in ist. (alle lachen) Das muss­te dann run­ter­ge­schnit­ten wer­den. Wie es dazu kam, war fol­gen­der­ma­ßen: Vor drei, vier Jah­ren hat Sék­ou mich auf dem Hip­Hop Open dar­auf ange­spro­chen, ob ich mir vor­stel­len könn­te, mich in einem Film sel­ber dar­zu­stel­len … Was denkt man da wohl?! "Klar kann ich mir das vor­stel­len", und "In irgend­ei­nem Spiel­film wird wohl ein Repor­ter gezeigt, der ein Inter­view macht". So wie damals MC Rene im HipHop-"Tatort". Ich hab' Sék­ou dann gesagt: "Ja, ich kann mir das vor­stel­len, aber ich muss erst wis­sen, was es ist". Dann hab' ich zwei, drei Jah­re nichts mehr von ihm gehört. Irgend­wann kam er aus dem Nichts zurück und die­ses "Spiel" fing an. Da wir, wie gesagt, nicht wuss­ten, was pas­sie­ren wird, haben wir immer nur vage Andeu­tun­gen bekom­men. Wir haben uns mehr­fach getrof­fen und viel mit­ein­an­der gere­det. Nur nie über etwas Kon­kre­tes. Ich bin eigent­lich ein Kon­troll­freak, muss­te dafür aber echt 100 Pro­zent abge­ben. Das ist mir am Anfang etwas schwer gefal­len, irgend­wann war das aber auch okay.

MZEE​.com: Gab es denn ein fil­mi­sches Vor­bild für "Black­tape"?

Falk: Wir hat­ten gar kei­ne Ent­schei­dungs­ge­walt über eine Rich­tung oder ein Vor­bild. In die­sen gan­zen Pro­zess waren wir gar nicht invol­viert. Du musst dir das so vor­stel­len, dass wir nur Sachen gesagt bekom­men haben wie: "Ihr seid um sound­so viel Uhr am Haupt­bahn­hof und dann fah­ren wir Rich­tung Süd­deutsch­land". Dann fährst du halt los, lan­dest in Hei­del­berg im Hotel und weißt nicht, was pas­sie­ren wird. "Wir tref­fen uns um acht Uhr, dann legen wir los" – "Aha, okay, und was machen wir?" – "Das erfährst du mor­gen früh". Irgend­wann regis­trierst du, dass du Rich­tung Rott­weil fährst und dann stehst du halt vor dem Büro, das in Deutsch­land den 360° Records-​Shopbetrieb ver­wal­tet. Ich war da schon zwei­mal und mir war in dem Moment klar, dass da jetzt Torch drin sitzt. Aber ich wuss­te es vor­her nicht – und er auch nicht. Die­se Sze­nen sind zum Bei­spiel alle nicht im Film gelan­det, weil Torch kei­ne Lust mehr hat­te, mit­zu­ma­chen. Aber so ist das unge­fähr abge­lau­fen. Du bist vor voll­ende­te Tat­sa­chen gestellt wor­den und konn­test in der Situa­ti­on reagie­ren – das heißt, ich hät­te auch ein­fach gehen kön­nen und dann wäre das halt gefilmt wor­den. Die­se Kon­trol­le hat­ten wir.

MZEE​.com: Wuss­tet ihr denn von Anfang an, dass der Film davon han­delt, dass ihr jeman­den sucht? Und wer­den alle Auf­nah­men in "Black­tape" in der rich­ti­gen Rei­hen­fol­ge gezeigt?

Falk: Die Rei­hen­fol­ge stimmt schon und dass wir jeman­den suchen, wuss­ten wir auch. Wir sind nach Hei­del­berg gefah­ren, um her­aus­zu­fin­den, ob die­se Figur echt ist oder nicht. Das war der Ansatz: "Stimmt das? Wer­den wir gera­de ver­arscht oder ist das Rea­li­tät?" Die­se Fra­ge hast du dir eigent­lich die gan­ze Zeit beim Dreh gestellt. Wenn du nachts vor einer Kaser­ne stehst und einen Bol­zen­schnei­der in die Hand gedrückt bekommst, fragst du dich schon: "Ist das jetzt legal, ille­gal oder scheiß­egal? Was geht hier ab?!" Dann bist du auf dem Gelän­de eh schon total ver­un­si­chert drauf und dann kommt auch noch ein Auto vor­bei­ge­fah­ren. Genau die­se Unsi­cher­heit und die Reak­tio­nen sind das, was dann auf Kame­ra fest­ge­hal­ten wird. Die Reak­tio­nen, die du siehst, sind zu 95 Pro­zent echt, wür­de ich sagen. Es gab hier und da mal einen Moment, in dem man etwas gesagt hat, das man sonst nicht so sagen wür­de – das waren die Sze­nen, in denen Sék­ou mein­te, dass man jetzt zum Bei­spiel mal über­trei­ben soll. Aber ansons­ten ist das alles echt.

MZEE​.com: Wir haben den Film gese­hen, aber was du gera­de erzählst, lässt ihn noch ein­mal kom­plett anders wir­ken. Eigent­lich müss­te man sich "Black­tape" mit die­sem Wis­sen noch mal anse­hen …

Falk: Ich hab' mir den Film jetzt schon mehr­fach ange­se­hen, weil wir den ja auch vor Publi­kum auf ver­schie­de­nen Fes­ti­vals gezeigt haben – und mir geht das sel­ber so. Dass mir immer wie­der neue Ele­men­te auf­fal­len und ich den Film noch mal kom­plett anders ver­ste­he. Ich kann dem nur zustim­men, man muss ihn wahr­schein­lich mehr­fach gucken.

MZEE​.com: Wart ihr in den Schnitt­pro­zess invol­viert oder gab es für dich und Stai­ger die gro­ße Über­ra­schung bei der Pre­mie­re?

Falk: Wir waren nicht invol­viert. Ich habe sie dann am Ende gezwun­gen, mir einen Online-​Link zu schi­cken, bevor das vor Publi­kum gezeigt wird. (lacht) Aber angeb­lich macht man das in der Film­bran­che nicht. Nor­ma­ler­wei­se sieht der Dar­stel­ler das bei der Pre­mie­re. Aber das war das ein­zi­ge Mal, dass ich die Kon­trol­le nicht abge­ge­ben habe. Am Ende war es trotz­dem egal, weil wir kei­nen Ein­fluss hat­ten. Vor unge­fähr einem Jahr haben wir einen Roh­schnitt gese­hen, der auch noch ziem­lich anders war als das jet­zi­ge Ergeb­nis. Nach dem Roh­schnitt hat­te ich echt etwas Schiss, weil da über­haupt kein Tem­po drin war – und jetzt geht's fast schon zu schnell. Schnitt- und auch sto­ry­tech­nisch ist der Film jetzt sehr rasant, aber auf jeden Fall hun­dert­mal unter­halt­sa­mer als der Roh­schnitt.

MZEE​.com: Kom­men wir mal auf die Pro­duk­ti­on zu spre­chen: Wie lan­ge haben die Dreh­ar­bei­ten ange­dau­ert?

Falk: Es gab vier Wochen, in denen das kom­plet­te Kern­ma­te­ri­al gedreht wur­de. Dann gab es noch die­se soge­nann­ten "Tal­king Heads", also die inter­view­ten Rap­per – die wur­den vor und nach die­sen vier Wochen peu à peu abge­früh­stückt. Da hat­ten Stai­ger und ich aber inhalt­lich nichts mit zu tun, das war auch nicht Teil der Schnit­zel­jagd. Die haben ein­fach ein Inter­view für Sék­ou gege­ben. Dann hat­ten wir ein Drei­vier­tel­jahr lang Pau­se, weil noch eine Sequenz geplant war, die ursprüng­lich auf dem Splash! statt­fin­den soll­te. Das hat aber nicht funk­tio­niert, also haben wir ein Drei­vier­tel­jahr spä­ter auf dem "Catch a Fire"-Konzert die Schluss­se­quenz nach­ge­dreht. Aber ansons­ten wür­de ich sagen, dass 80 von 90 Minu­ten des Films in die­sen vier Wochen ent­stan­den sind.

MZEE​.com: War das Ende des Films von Anfang an so geplant? Oder hat sich das im Lau­fe der Arbei­ten am Film so erge­ben?

Falk: (lacht) Sagen wir mal so: Ich weiß dar­über nicht alles, weil wir ja nicht infor­miert wur­den. Aus ein­zel­nen Reak­tio­nen inter­pre­tie­re ich aber, dass es nicht zu 100 Pro­zent das ist, was Sék­ou sich vor­ge­stellt hat. Dass Torch zum Bei­spiel nicht mehr mit­spielt und alles an Mate­ri­al zurück­ge­zo­gen hat, hat­te er ja auch nicht geplant. Auch hier ist es so, dass der Film sehr leben­dig ist – so, wie sich das in der Rea­li­tät ent­wi­ckelt, fin­dest du es im Film wie­der. Das heißt: Jemand hat kei­nen Bock mehr, dabei zu sein, ist am Ende dann natür­lich auch nicht im Film, aber das Gan­ze wird doku­men­tiert.

MZEE​.com: Du hast gera­de erwähnt, dass Torch Mate­ri­al zurück­ge­zo­gen hat. Wenn man sich den Film anschaut, denkt man natür­lich, das sei gestellt …

Falk: Also, das war fol­gen­der­ma­ßen: Auf You­Tube tauch­te irgend­wann ein Video auf, in dem Stai­ger auf einem Kon­zert zu sehen ist. Von der Büh­ne durch das Publi­kum kommt Torch auf Stai­ger zu und Stai­ger spricht ihn an. Er sagt: "Ey, Torch! Ey!", und Torch igno­riert ihn, geht an ihm vor­bei und in den Back­stage. Stai­ger läuft hin­ter­her, hat aber kei­nen Aus­weis und die Secu­ri­ties las­sen ihn nicht rein. Er wird dann ein biss­chen sau­er, es gibt fast noch eine Boxe­rei und sie schie­ben ihn weg. Die­ses Video tauch­te plötz­lich auf You­Tube auf, ging inner­halb von ein paar Stun­den viral und hat­te eini­ge 10.000 Klicks. Die Sequenz war Teil der Doku gewe­sen – war­um und wie auch immer sie auf You­Tube gelan­det ist. Auf jeden Fall war sie online und ist wie­der zurück­ge­zo­gen wor­den. Jetzt ist die­se Sequenz im Film – aber nur der Ton. Das Bild ist weg und du siehst die­se Tafel, auf der steht, dass Torch die Auf­nah­men nicht frei­ge­ge­ben hat. Das ist tat­säch­lich pas­siert. Es war so, dass Stai­ger auf dem Weg war, Torch zu tref­fen – regu­lär soll­te das im Back­stage statt­fin­den. Aber Stai­ger war im Publi­kum, wäh­rend Torch Sta­ge­di­ving gemacht hat und als er wie­der ins Back­stage woll­te, ist er halt zufäl­lig auf Stai­ger zuge­lau­fen. Die Kame­ra lief die gan­ze Zeit und natür­lich hat Stai­ger ihn dann ange­quatscht – das fand Torch ziem­lich schei­ße, der hat­te da kei­nen Bock drauf. Ganz zum Schluss hat­te Torch dann nicht ein­mal mehr Lust dar­auf, dass er zu sehen ist. Und das ist jetzt im Film.

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MZEE​.com: War Torch nicht ein­ge­weiht, dass er Stai­ger tref­fen wird?

Falk: Du siehst im Film noch ande­re Rap­per, die für Inter­views ange­fragt wur­den. Mit denen hat Sék­ou sich ver­ab­re­det, getrof­fen und sie dabei eben gefilmt. Bei Torch war das genau­so eine Anfra­ge, ein Inter­view zu machen. Ob er wuss­te, dass Stai­ger dabei sein wird, weiß ich nicht. Wir waren zuvor zwei­mal in Rott­weil, um mit ihm zu spre­chen – ein­mal war Stai­ger nicht dabei, weil klar war, dass Torch ihn nicht sehen will. Ich hab' eigent­lich kein Pro­blem mit Torch, aber bei mir war das auch so, dass Sék­ou zuerst allein ins Haus gegan­gen ist und sein Inter­view gedreht hat. Ich hab' zwei Stun­den im Auto geses­sen und gewar­tet, dass ich end­lich rein darf. (lacht)

MZEE​.com: Was denkst du, war­um Torch die Auf­nah­men zurück­ge­zo­gen hat?

Falk: Torch ist erst mal ein eige­ner, beson­de­rer und sehr außer­ge­wöhn­li­cher Mensch. Das heißt, auf der Ebe­ne funk­tio­niert schon mal nicht alles nor­mal. Ich sag' immer: "Pla­net Torch". Das ist ein eige­ner Pla­net. Natür­lich fin­det er vie­les von dem, was heu­te am Start ist, schei­ße. Er redet zwar mit mir, aber auch ich krieg' immer wie­der ver­ba­le Peit­schen­hie­be, weil ich mich als Jour­na­list natür­lich auch mit Inhal­ten beschäf­ti­ge, die er schlecht fin­det. Auf eine gewis­se Art und Wei­se pushen wir damit natür­lich auch die­se Inhal­te, die sei­nen Hip­Hop nicht reprä­sen­tie­ren. Und ein abso­lut rotes Tuch ist dann eben Stai­ger – nicht nur, weil er als einer der ers­ten die­se Ber­li­ner Schu­le mit auf den Weg gebracht hat, die dann irgend­wann zu Aggro führ­te, son­dern auch als Per­son. Ich glau­be wirk­lich, dass Torch Stai­ger als Per­son ein­fach nicht rie­chen kann. Da gibt es dann zwei Ebe­nen: ein­mal die his­to­ri­sche und ein­mal die per­sön­li­che. Dann ist das halt so. Er möch­te damit nicht in Ver­bin­dung gebracht wer­den, was ich aus sei­ner Sicht auch ver­ste­hen kann.

MZEE​.com: Wir haben dir eine Fra­ge von Ralf Kott­hoff (MZEE.com-Geschäftsführer, Anm. d. Red.) mit­ge­bracht: Was waren gene­rell die Beweg­grün­de, einen Film über deut­schen Hip­Hop zu machen? Stellt "Black­tape" die The­se auf, dass Hip­Hop den Deut­schen das ers­te Mal nach dem zwei­ten Welt­krieg eine brei­ten­wirk­sa­me posi­ti­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit ihrer eige­nen Spra­che gege­ben hat und des­we­gen für die Jugend, aber auch die gesam­te Gesell­schaft sehr bedeut­sam war?

Falk: Sék­ous Beweg­grund war, dass Hip­Hop ihm in sei­nem Leben sehr viel gege­ben hat. Er steckt da jetzt zwar nicht mehr so drin, son­dern küm­mert sich mehr um das Fil­mi­sche, woll­te in sei­nem Debüt­film deut­schem Rap aber auch etwas zurück­ge­ben. Ihm in sei­ner neu­en Tätig­keit als Regis­seur sozu­sa­gen eine Platt­form geben. Das war Sék­ous Beweg­grund – wahr­schein­lich noch neben tau­send ande­ren, weil er ja ein sehr kul­tu­rel­ler, jun­ger Mann ist. Zu die­ser The­se mit der Spra­che und dass sich deut­sche Jugend­li­che in einem posi­ti­ven Sin­ne mit ihrer Kul­tur aus­ein­an­der­ge­setzt haben: Das ist tat­säch­lich ein inhalt­lich häu­fig in der Kom­mu­ni­ka­ti­on nach vor­ne gescho­be­ner Aspekt. So beginnt die­se Doku ja auch – dass Sék­ou den Film eigent­lich dar­über dre­hen woll­te, ihm dann aber Tigon, die­ser Brief und die Kas­set­te dazwi­schen kom­men. Die ers­ten 15 oder 20 Minu­ten gehen zwar noch in die­se Rich­tung, in der man das auf­ar­bei­ten woll­te, aber der Film han­delt ja ansons­ten nicht von Spra­che. Fakt ist: Letz­tes Jahr waren von den zehn meist­ver­kauf­ten Ton­trä­gern in Deutsch­land neun in deut­scher Spra­che. Und ich wet­te, in die­sem Jahr wer­den es zehn sein. Ich erin­ne­re mich, dass Heinz Rudolf Kun­ze 2003 noch eine Radio­quo­te gefor­dert hat mit der Aus­sa­ge, dass deut­sche Pop­mu­sik und deut­sche Spra­che dem Tod geweiht sei. Ich bin immer noch für eine Quo­te, aber den Grund, den er genannt hat, gibt es offen­sicht­lich nicht mehr … War­um ist das so? Der Grund ist für mich tat­säch­lich Rap­mu­sik. Rap­mu­sik und Rap­per haben in Deutsch­land die­ses vor­han­de­ne Pop-​Vers-​Maß, das schei­ße ist, und die­se Haus-​Maus-​Liebe-​Hiebe-​Reimgrütze genom­men und Grund­la­gen­for­schung betrie­ben, wie man das gei­ler machen kann. Sie haben das in den 90er Jah­ren per­fek­tio­niert und das haben natür­lich irgend­wel­che Sil­ber­monds, Julis und Revol­ver­hel­den gehört. Und die woll­ten zwar nicht rap­pen, aber sie haben ver­sucht, die­se Fähig­keit in ihre Musik auf­zu­neh­men. Und ins­ge­samt war es unter Jugend­li­chen auf dem Schul­hof wie­der cool, sich mit deut­scher Spra­che zu beschäf­ti­gen und in ihr Rei­me zu schrei­ben oder zu dich­ten. Das kann man alles auf deutsch­spra­chi­gen Rap zurück­füh­ren. Vor 15 Jah­ren hieß es noch: "Ami­rap ist voll geil und deut­sche Rap­per … ja, die sind auch ganz cool, aber Ami­rap ist bes­ser". Heu­te ist es genau umge­kehrt. Wenn du heu­te mit Zehn- oder Zwölf­jäh­ri­gen redest, sagen die: "Ami­rap? Nee, Haft­be­fehl ist geil, Mar­te­ria ist geil". Die­ses Image der deut­schen Spra­che, dass sie uncool ist und man nichts mit ihr zu tun haben möch­te, ist kom­plett weg. Des­halb stimmt die The­se, die Ralf da so emp­fun­den hat.

MZEE​.com: Reden wir mal über den Haupt­prot­ago­nis­ten des Films: Gab es für den Cha­rak­ter Tigon ein reel­les Vor­bild?

Falk: Ich wür­de mal sagen, dass viel von Torch in die­ser Figur drin­steckt, aber wenn ich mir Tigon so angu­cke, hat er ja eine sehr lin­ke – um nicht zu sagen links­ra­di­ka­le – Hal­tung. Wenn er tat­säch­lich in einer Kaser­ne Unru­hen mit Feu­er aus­ge­löst hat, reden wir von einem ter­ro­ris­ti­schen Akt. Und davon gibt es dann wie­der­um kein Vor­bild im deut­schen Rap. Aber ich weiß es schlicht­weg nicht.

MZEE​.com: Wäre es theo­re­tisch mög­lich gewe­sen, dass Tigon eine Frau ist?

(Falk bricht in Geläch­ter aus)

MZEE​.com: Das ist eine ernst­ge­mein­te Fra­ge …

Falk: (lacht) Kei­ne Ahnung. Auch das muss Sék­ou beant­wor­ten. Beginnt mit ihm eine Gender-​Debatte. Das Ding ist: Es gibt ja Musik von Tigon. Es wird auch einen Sound­track mit acht Stü­cken geben, auf denen man ihn rap­pen hört.

MZEE​.com: Na ja, das wur­de ja alles für die­sen Film auf­ge­nom­men.

Falk: (lacht) Pass auf: In dem Film hört Stai­ger ja die Kas­set­te von ihm und den Song "R-​E-​V-​OLUTION" … das ist Tigon! Der ist da ziem­lich 80s-​mäßig unter­wegs und ich hab' auch Songs gehört, die mir Sék­ou vor­ge­spielt hat und die nicht im Film sind. Und die sind so gut – die klin­gen wirk­lich so, als hät­te es eine deut­sche Boo­gie Down Pro­duc­tions gege­ben und als ob jeden Moment KRS kommt und ein­spit­tet. Als ich das gehört habe, dach­te ich mir auch: Alter … die­se Stim­me, irgend­wo­her kommt mir das bekannt vor. Aber um noch ein­mal auf die Fra­ge zurück­zu­kom­men: Auf jeden Fall ist die­ser Tigon ein Mann, das hör' ich aus der Stim­me raus. (lacht) Die­sen Typen gibt es wirk­lich. Es gibt noch sie­ben ande­re Songs.

MZEE​.com: Ihr seid in "Black­tape" zum ers­ten Mal als Schau­spie­ler aktiv. Habt ihr euch das genau­so vor­ge­stellt? Wie schwie­rig war es zum Bei­spiel, die Sze­nen zu spie­len, in denen ihr euch strei­tet?

Falk: Wir hat­ten vor­her eine Art Work­shop, in dem wir dar­auf vor­be­rei­tet wur­den, dass wir 24 Stun­den lang gefilmt wer­den und ver­ka­belt sind. Damit du ein­fach locker wirst und wirk­lich du selbst bist. Das Skur­ri­le an die­sem Work­shop war: Wir haben das in einem Cas­ting­stu­dio gemacht und da war auch eine jun­ge Dame, die dort gear­bei­tet hat. In der Mit­tags­pau­se ist sie mit dem Workshop-​Leiter ins Gespräch gekom­men und dabei kam her­aus, dass sie Schau­spiel­schü­le­rin ist, mit­ten in der Aus­bil­dung. Er mein­te dann zu ihr: "Mach doch mit. Die bei­den könn­ten ein­fach mit dir agie­ren". Dann wur­den wir halt gepaart und es gab eine Sequenz mit der Vor­ga­be: Stai­ger sitzt auf einer Poli­zei­wa­che und neben ihm sitzt eine jun­ge Frau, die gleich zum Ver­hör gela­den wird. Er fin­det sie ganz attrak­tiv und ver­sucht, mit ihr ins Gespräch zu kom­men, weil er eigent­lich Poli­zist ist. Die Auf­ga­be: "Ver­such mal, die­ser Per­son zu ent­lo­cken, war­um sie hier ist – viel­leicht gibt sie dir ein paar Infor­ma­tio­nen. Aber sie darf nicht mer­ken, dass du Poli­zist bist. Ver­such mal, ein biss­chen mit ihr zu flir­ten". Und sie hat die Auf­ga­be bekom­men: "Du sitzt auf einer Poli­zei­wa­che, hast über­haupt kei­nen Bock, da zu sein, musst zum Ver­hör und willst nur weg". Das waren die Instruk­tio­nen. Dann sit­zen die bei­den da, Stai­ger kommt mit ihr ins Gespräch – und das war so krass zu beob­ach­ten, weil sie tat­säch­lich eine Rol­le gespielt hat und Stai­ger wirk­lich er sel­ber war. Er hat zwar ver­sucht, Infor­ma­tio­nen raus­zu­krie­gen, weil er Poli­zist war, aber er hat trotz­dem kei­nen Poli­zis­ten gespielt. Er war Stai­ger. Die­se Frau hat eine Ver­däch­ti­ge, die zum Ver­hör gela­den war, gespielt und da war alles künst­lich. Das war der Moment, in dem ich gesagt hab': Das ist offen­sicht­lich der Ansatz hin­ter die­ser gan­zen Tech­nik. Künst­lich gespielt siehst du den gan­zen Tag im Fern­se­hen – das ist der Stan­dard. Das ande­re ist sozu­sa­gen das Ech­te. Die Situa­ti­on ist zwar fik­tio­nal, aber die Per­son, der du zuschaust, ist echt. Und genau­so ist im Grun­de alles abge­lau­fen.

MZEE​.com: Seid ihr mit eurer schauspie­le­ri­schen Leis­tung im Nach­hin­ein zufrie­den?

Falk: Ja … also … Ich find' mich gut. (lacht) Ich fin­de das in Ord­nung, was wir abge­lie­fert haben – sowohl von Stai­ger als auch von mir und allen ande­ren Betei­lig­ten. Wenn man von schau­spie­le­ri­scher Leis­tung spricht: Wel­che Leis­tung steckt dahin­ter, sich sel­ber dar­zu­stel­len? Gar kei­ne. Ja, man­chen Men­schen fällt das schwer, die kön­nen sich nicht locker machen und wer­den vor der Kame­ra ner­vös. Dazu sind wir aber zu alt und machen das zu lan­ge, als dass wir das nicht könn­ten. Aber wir sind ja ein­fach nur wir selbst und ich … mag mich eigent­lich so … wie ich bin. (lacht)

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MZEE​.com: Ihr habt den Film ja auch in Ber­lin vor ande­ren Jour­na­lis­ten prä­sen­tiert. Wie kam das bei den Kol­le­gen an und was hast du für Feed­back erhal­ten?

Falk: Wir haben ganz ehr­li­ches und rea­lis­ti­sches Feed­back bekom­men. Die Leu­te fan­den den Film sehr unter­halt­sam, aber das ist auch ver­ständ­lich – die ken­nen mich und Stai­ger und fan­den es wit­zig zu sehen, wie wir wie ein altes Ehe­paar da durch­stol­pern und uns anschrei­en. Das fan­den sie amü­sant und das ist das durch­ge­hends­te Feed­back von den Leu­ten aus Ber­lin. Natür­lich gibt's wel­che, die den Film mal bes­ser und mal schlech­ter fin­den, aber alle, die dort waren, haben im Grun­de immer her­vor­ge­ho­ben, dass sie das wit­zig fan­den. Ich fra­ge mich viel­mehr, wie die Reak­tio­nen von Leu­ten aus­fal­len wer­den, die uns gar nicht ken­nen. Wir waren auf den Hofer Film­ta­gen auf der Welt­pre­mie­re und da hab' ich den Film zwei­mal gese­hen – ein­mal mit einem Publi­kum von Cine­as­ten, die offen­sicht­lich über 40 sind. Und da muss man schon sagen: Ent­we­der sind die immer so oder es war ihnen viel­leicht etwas zu unflä­tig. Gera­de die Spra­che und das The­ma sind da even­tu­ell zu weit weg von ihrer Rea­li­tät, als dass sie da jetzt todes­mä­ßig abge­lacht haben. Einen Tag spä­ter hat­ten wir dann ein wesent­lich jün­ge­res Publi­kum, das deut­lich unter 40 Jah­ren war. Und die­se Leu­te haben gleich bei der ers­ten Sze­ne gelacht, als sie Tho­mas Gott­schalk gese­hen haben. Das waren viel­leicht kei­ne Cine­as­ten und alle wesent­lich jün­ger, aber die haben sich auf jeden Fall köst­lich amü­siert. Ent­spre­chend leb' ich mit der Inter­pre­ta­ti­on, dass Men­schen über 40 nichts mit dem Film anfan­gen kön­nen. (lacht)

MZEE​.com: Was ist das Ziel, das ihr mit "Black­tape" errei­chen wollt? Ent­stand das Pro­jekt aus Spaß oder gibt es eine Messa­ge, die ihr ver­mit­teln woll­tet?

Falk: (lacht) Ich über­le­ge, ob das jetzt gespoi­lert ist. Nor­ma­ler­wei­se müss­te am Anfang des Films eine Text­ta­fel mit einem Zitat von Hera­klit sein, einem Phi­lo­so­phen. Ich glau­be, die ist in der fina­len Fas­sung aber nicht mehr drin. Auf jeden Fall basiert das Gan­ze auf einem phi­lo­so­phi­schen Prin­zip von Hera­klit, das besagt, dass alle kul­tu­rel­len Bewe­gun­gen – vor allem, wenn sie Gegen­be­we­gun­gen sind – an einem Punkt als Gegen­kul­tur star­ten und dann, wenn sie es schaf­fen, län­ger­le­big zu sein, irgend­wann einen Punkt errei­chen, an dem sie das sind, gegen das sie selbst mal los­ge­star­tet sind. Und das ist ja eine ziem­lich genaue Beschrei­bung der HipHop-​Kultur, die sich eigent­lich in einem rie­si­gen Kreis­lauf befin­det – es gibt kein rich­ti­ges Ende. Wenn man das jetzt mal auf Deutsch­land bezieht, ist Cro in den Charts, gleich­zei­tig hal­ten die Funk­ver­tei­di­ger aber die Underground- und HipHop-​Fahne hoch. Da kom­men natür­lich immer wie­der jun­ge Leu­te nach, die sich auf die­sen Ursprungs­film bezie­hen. Das sieht man ja auch im Film. Bei dem Kon­zert ist so ein jun­ger Typ, der sagt, dass er sich für die Anfän­ge der HipHop-​Kultur inter­es­siert und so wei­ter. Im Grun­de ist die­ses phi­lo­so­phi­sche Prin­zip völ­lig nor­mal – es geht jeder Kul­tur­form so, dass sie zu dem wird, was sie eigent­lich nicht sein will. Das kannst du auf alles über­tra­gen. Wir wol­len als Kin­der nicht so sein wie unse­re Eltern, aber wenn wir dann sel­ber Eltern sind, bemer­ken wir irgend­wann: "Boah, Kacke, ich bin wie mein Vater, ich bin wie mei­ne Mut­ter" … und das ist das phi­lo­so­phi­sche Prin­zip dahin­ter.

MZEE​.com: In Bezug auf dich und Stai­ger: Habt ihr vor, zukünf­tig wei­te­re Pro­jek­te die­ser Art gemein­sam zu rea­li­sie­ren?

(Falk bricht in Geläch­ter aus)

MZEE​.com: (grinst) Unse­re Fra­gen schei­nen ja ziem­lich lus­tig zu sein.

Falk: (lacht) Wenn ihr wüss­tet! Ihr tappst die gan­ze Zeit auf Minen und merkt gar nicht, wie sie explo­die­ren, aber ich merk' das und dann fin­de ich das sehr lus­tig. (grinst) Die Mine, die hier liegt: Ich hät­te damit gar kein Pro­blem und wür­de sehr ger­ne mit Stai­ger etwas Ähn­li­ches machen, weil ich ihn in all sei­ner Eigen­heit mag. Ich glau­be aber, dass die Erfah­rung, einen Film zu machen, nicht sei­ne größ­te Freu­de ever war. Das hängt also sehr stark von sei­ner Lust und Lau­ne ab, ob man sowas noch mal machen kann oder nicht. Ich per­sön­lich fand die Erfah­rung "Fil­me­ma­chen" unfass­bar geil. Es hat mir einen rie­sen Spaß gemacht und ich hab' über­haupt nichts dage­gen, noch mal was zu machen – wer weiß.

MZEE​.com: Zum Abschluss des Inter­views haben wir noch ein paar Fra­gen aus dem MZEE-​Forum, die wir dir ger­ne kom­plett unver­än­dert stel­len möch­ten.

Falk: Ich möch­te, bevor ihr los­legt, einen herz­li­chen Gruß an das MZEE-​Forum rich­ten. Ich hab' euch alle lieb, ihr seid super Dudes!

MZEE​.com: "Falk, Bru­der, wann platzt die Deutschrap-​Blase?"

Falk: Sie wird nie wie­der plat­zen.

MZEE​.com: "Ey Falk, mit was ver­dienst du im Moment dein Geld?"

Falk: (lacht) Dies, das, ver­schie­de­ne Din­ge.

MZEE​.com: "Hey Falk, war­um sind Ruck­sack­rap­per erfolg­los?"

Falk: Weil die Mensch­heit dumm ist.

MZEE​.com: "Wie oft liest du hier im Forum mit und schämst dich für uns?"

Falk: Ganz ehr­lich? Frü­her regel­mä­ßi­ger, seit­dem ihr eine län­ge­re Pau­se als Medi­um hat­tet, gar nicht … aber ich ver­mis­se euch. (lacht)

MZEE​.com: "Falk, wann prä­sen­tierst du uns end­lich mal wie­der eine neue Reim­ge­ne­ra­ti­on?"

Falk: (bricht in lau­tes Geläch­ter aus) Ja … das wür­de ich ger­ne. Aber das liegt auch nicht an mir, da muss ja was kom­men. Ich hät­te das jetzt viel­leicht mit der Swag-​Truppe machen kön­nen. Die Deut­sche Swag-​Reim-… fuck it. Nächs­tes Mal viel­leicht wie­der.

MZEE​.com: "Kannst du etwas mit Gangs­ter­rap anfan­gen und wenn ja: von wem?"

Falk: Ja. Die Fra­ge kommt offen­sicht­lich von jeman­dem, der mir nicht auf Face­book folgt. Ich kann sehr viel mit Gangs­ter­rap anfan­gen, weil ich mich locker gemacht habe. Ich steh' auf Haft­be­fehl, Xatar, Celo & Abdi und bin bru­ta­ler Fan von NIMO – ich find' den unfass­bar. Ich hab' den live gese­hen und bin instant Fan gewor­den. Ich fin­de Haze und Sinan49 ganz fresh. Und King Eazy. Das reicht doch erst­mal.

MZEE​.com: "Wie stehst du all­ge­mein dazu, dass sich aus­ge­rech­net Gangs­ter­rap und aso­zia­le Sachen gut ver­kau­fen?"

Falk: Die Mensch­heit ist dumm. Klam­mer auf: Es macht ja auch Spaß. Klam­mer zu.

MZEE​.com: "Falk: Frü­her hast du kri­ti­siert, dass Rap­per das Inter­net zu wenig als Platt­form nut­zen. Das hat sich in letz­ter Zeit sehr geän­dert – fin­dest du es gut, wie es momen­tan läuft?"

Falk: (lacht) Ja. Klam­mer auf: Nein. Klam­mer zu. (grinst)

MZEE​.com: "Was ist mit Mixe­ry pas­siert?"

Falk: Nächs­te Fra­ge.

MZEE​.com: "Ist noch ein ähn­li­ches For­mat wie Supre­me geplant, even­tu­ell auf You­Tube?"

Falk: (lacht) Nein.

MZEE​.com: Zum Schluss noch mei­ne per­sön­li­che Lieb­lings­fra­ge: "Was ging dir durch den Kopf, als Ole­xesh sei­nen Echsenmenschen-​Monolog raus­ge­hau­en hat und Sido Sati­re ver­bie­ten woll­te?"

Falk: (lacht) Äh … (bricht in laut­star­kes Geläch­ter aus) Ich habe mich wirk­lich die gan­ze Zeit gefragt, ob Ole­xesh das ernst meint, im Sin­ne von "ob er wirk­lich dran glaubt". Ich weiß ja von so 'ner Schei­ße auch Bescheid und habe mich mit Prä-​Astronautik beschäf­tigt. Ich habe mich letz­tens unge­fähr eine Stun­de mit Dami­on "Bars Bars Bars" Davis über Prä-​Astronautik und ande­re Zusam­men­hän­ge aus die­sem Sek­tor unter­hal­ten. Und auch Gene­tikk sind Prä-​Astronautik-​Fans – das ist rela­tiv weit ver­brei­tet. Die Fra­ge ist nur, ob man sich dafür inter­es­siert oder ob man ernst­haft dran glaubt. Das weiß ich bei Ole­xesh nicht – und um hin­ter­her dar­über zu reden, war ich weder in dem Zustand noch war dafür Zeit. Und … Sido will Sati­re ver­bie­ten … sagen wir mal so: Ich ver­ste­he, was ihn dazu bewegt, aber er hat an der Stel­le halt nicht recht. Der Grund, war­um er es ver­bie­ten möch­te oder schlecht fin­det, ist der Grund, war­um Sati­re exis­tiert. Fer­tig.

(Flo­rence Bader & Pas­cal Ambros)
(Fotos von Delia Baum)