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Das W – Wertvoll

Wer weiß, ob sich das irgendwann mal rächt.
Egal, denn irgendwann ist irgendwann, nicht jetzt.

Nach Jahren, in denen das mehrmals angekündigte Album "Beten und Schreien" für seine Fans zum deutschen "Detox" geworden ist, veröffentlichte Das W während seiner Tour mit Timi Hendrix mal eben eine neue EP. Aber ist diese wegen der langen Wartezeit gleich "wertvoll"?

Auf seinen früheren Releases überzeugte Max Herzing vor allem dadurch, dass er die richtige Mischung zwischen Selbstzerstörung, Kummer und Drogen-Konsum fand und diese mit Ohrwurm-Hooks unterlegte. Manchmal mehr, manchmal weniger schnulzig gesungen. Auch auf seinem neuen Release versucht er, an dieses Konzept anzuknüpfen, wie bereits im ersten Track klar wird. Leider verfällt der Künstler auf der EP gern mal in zu klischeehafte Plattitüden, die er eigentlich nicht nötig hätte. Denn Tracks wie "Wir fühlen uns gut" zeigen doch, wie wortgewandt er depressiv angehauchtes Betrinken und seine Scheiß-drauf-Einstellung auf einen Track bannen kann. Aber der eher unpassende – wenn auch ungewohnt melancholische – Timi Hendrix-Part und der äußerst kitschige Titeltrack geben dem Release am Ende doch einen leicht faden Beigeschmack. Die Beats von unter anderem Bjet oder auch Hardy Haufe haben hingegen durchaus etwas für sich, denn sie verknüpfen gekonnt klassische Instrumente mit Electro-Elementen. So hämmert auf "Wir fühlen uns gut" zu Klavier und Saxophon eine heftige Base, die nach einer gewissen Steigerung bis zur Hook in einer aggressiven Base-Synthie-Kombination endet.

Am Ende hinterlässt einen Das W also mit gemischten Gefühlen. Irgendwo zwischen einem schnulzigen "Was du verdienst, bin ich, was ich verdien', bist du" (Das W auf "Was wir verdienen") und dem durchaus intelligenten Track mit Fehring Grau über die Flucht aus dieser untergehenden Welt ist die EP eben durchaus "wertvoll". Allerdings nur für eingeschworene Fans des Flensburgers, denn eigentlich geht da technisch wie lyrisch mehr. Bleibt zu hoffen, dass das Album dann mehr überzeugt – wenn es denn mal kommt.

(Lukas Päckert)

 

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