Roger & Schu – Clap Your Fingers

Wenn wir kom­men, sind dein Alk und dein Can­na­bis weg …

Den Mit­glie­dern von Blu­men­topf haf­te­te ja irgend­wie immer die­ser Mittelschicht-​Studentenrapper-​Ruf an. Ein Stem­pel mit einer ein­deu­tig nega­ti­ven Kon­no­ta­ti­on – denn guter Rap gedeiht nun mal im Dreck und nicht im ver­kehrs­be­ru­hig­ten Bereich. Soweit das Kli­schee. Den Topf hat das Gan­ze jedoch immer rela­tiv wenig gejuckt. Die machen seit ihrem ers­ten Lang­spie­ler, der 1997 erschie­nen ist, locker-​lässig ihr eige­nes Ding. Und sie arbei­ten kon­ti­nu­ier­lich an ihrem HipHop-​Entwurf, der fern­ab der tes­to­ste­ron­ge­schwän­ger­ten Dog­men der Sze­ne wirk­lich als gut­bür­ger­lich zu bezeich­nen ist. Ein Umstand, der die Crew­mit­glie­der nicht dar­an gehin­dert hat, sich über die Jah­re eine treue Fan­ba­se zu erspie­len, die es zu schät­zen weiß, dass aus­nahms­wei­se mal kei­ne Müt­ter gefickt wer­den. Und auch abseits der Band waren die Münch­ner stets umtrie­big. Zuletzt haben sich die bei­den Topf-​Mitglieder Roger & Schu zusam­men­ge­fun­den, um das zu tun, was sie wohl am bes­ten kön­nen.

Die Lei­den­schaft zur Musik bleibt ein wie­der­keh­ren­des Motiv auf dem gemein­sa­men Lang­spie­ler "Clap Your Fin­gers". Ja, Lei­den­schaft. Denn die bei­den Münch­ner kann man getrost als altes Eisen bezeich­nen, das die Vor- und Nach­tei­le des Musikerle­bens in allen Aus­wüch­sen am eige­nen Leib mit­er­lebt hat. Trotz­dem haben die bei­den weder das Feu­er noch den nöti­gen Abstand ver­lo­ren. So wird auf "Clap Your Fin­gers" iro­nisch mit der Sze­ne abge­rech­net ("DPM"), in Jugend­er­in­ne­run­gen geschwelgt ("Get­tin busy") und das eige­ne Team als sau­fen­de Rap-​Rentner sti­li­siert ("Dei­ne Jungs/​Meine Jungs", "Die Art"). Musi­ka­lisch wird man – wie übri­gens fast immer bei den Jungs vom Topf – nicht ent­täuscht und Roger & Schu unter­ma­len ihre unge­zwun­ge­nen Stro­phen mit soli­dem Kopfnicker-​Boom bap.

Im Grun­de muss zu "Clap Your Fin­gers" nicht all­zu viel gesagt wer­den. Fans des Topfs wird das Gan­ze eh gefal­len und die kön­nen auch getrost zugrei­fen. Doch wem Blu­men­topf immer irgend­wie zu brav war oder wer mit dem pro­pa­gier­ten Life­style zwi­schen Free­style und MPC wenig anfan­gen kann, den wird auch "Clap Your Fin­gers" nicht über­zeu­gen kön­nen.

(Chris­ti­an Weins)

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(Ama­zon mp3)

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