EkoFresh_BarsÜberNacht

Eko Fresh – Bars über Nacht

Ihr Heuchler wärt gern Stars über Nacht …
Doch Eko droppt sei­ne Bars über Nacht.

Die be­s­te Promo ist kei­ne Promo. Seit Kurzem schei­nen so ei­ni­ge Rapper die­se Maxime zu be­fol­gen und ver­öf­fent­li­chen ih­re Werke ganz oh­ne gro­ßes Vorgeplänkel oder ir­gend­wel­che Ankündigungen. Auch Eko Fresh scheint Gefallen am selbst­auf­er­leg­ten Boykott von Eigenwerbung ge­fun­den zu ha­ben. Und wo "Deutscher Traum" si­ch no­ch mit ei­ner Videoreihe an­ge­kün­digt hat­te, in der ei­ne Fischermütze ge­sucht wur­de, ver­öf­fent­licht der Mönchengladbacher nun sei­ne neu­es­ten "Bars über Nacht".

Natürlich könn­te man den­ken, dass ei­ne EP mit ge­ra­de mal fünf Anspielstationen oh­ne­hin gar kei­ner all­zu gro­ßen Werbephase be­darf. Doch letzt­li­ch ist es ja der Wille, der zählt. Immerhin er­spart Eko der Szene da­mit ei­ne gan­ze Reihe von Vlogs, Teasern so­wie Statements und wid­met si­ch lie­ber dem, wor­um es bei Musik ei­gent­li­ch ge­hen soll­te: der Musik. So wird die EP von ei­nem schep­pern­den, old­schoo­lig an­ge­hauch­ten Beat er­öff­net, auf dem der Rapper be­weist, wie leicht ihm das Schreiben von lan­gen Reimketten fällt. Auch die rest­li­chen vier Anspielstationen zeich­nen si­ch haupt­säch­li­ch durch Ekos Wunsch aus, mög­lichst tech­nik­be­dacht über drum­las­ti­ge Beats zu spit­ten. Egal ob "Schlaganfall", "M.O.R." oder "Grabstein": Wer viel­mehr als ei­ne Zurschaustellung der Rapfähigkeiten des eins­ti­gen "Königs von Deutschland" er­war­tet, der kann lan­ge war­ten. Natürlich hat je­der Track da­bei sein Thema oder ei­nen ro­ten Faden, doch Inhalt und Story fal­len Punchline-, Reimketten- und Doubletime-​Fetischismus fast un­ent­wegt zum Opfer. Das macht die ein­zel­nen Titel zwar nicht we­ni­ger gut, doch ist – in­so­fern es dem Hörer um mehr als nur die Technik geht – nach ei­ni­gen Durchläufen der "Bars über Nacht" ir­gend­wie die Luft raus.

Nachdem es zu­letzt ein we­nig ru­hi­ger um Eko Fresh war, ist die­se EP ein klei­ner, aber fei­ner Gruß an die Fans und ein ers­ter Vorgeschmack auf die 2016 statt­fin­den­de Tour. Wer nicht so lan­ge war­ten kann, für den hat Ekrem in New York ein klei­nes Video ge­dreht, in dem er no­ch ei­ni­ge Musikvideos mehr an­kün­digt und zu­dem dar­auf hin­weist, dass die EP ab so­fort ge­kauft wer­den kann. Ganz oh­ne Promo geht's al­so ir­gend­wie doch nicht.

(Daniel Fersch)

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