Said – Jib ihm noch eene

Schwöre, pack' ab jetzt Minimum die Hälfte weg.
Sonst heißt es: selbes Leben, selbe Aussicht – und auch selber Text ...

Zu seinen Anfangszeiten war Said noch ein Geheimtipp der Berliner Szene, doch seit seinen letzten beiden Alben ist er auch einer größeren Allgemeinheit bekannt. Mit der neuen EP "Jib ihm noch eene" schließt er an das vor fünf Jahren erschienene Kollabo-Release "Jib ihm" mit Mosh36 an, diesmal allerdings nur mit vereinzelten Feature-Gästen.

Der Producer ist diesmal AT Beatz statt wie üblich KD Supier, aber all das ändert nicht viel am Resultat. Die Texte erzählen wieder vom Alltag in der Berliner Hood und werden gewohnt lässig von Saids markanter Stimme vorgetragen. Interessant sind vor allem die gesungenen Hooks, welche doch eher untypisch für den üblichen Straßensound sind. Aber Said hat da seinen ganz eigenen Stil entwickelt, den er auch diesmal wieder konsequent durchzieht. Zwar hätte es beattechnisch ruhig etwas abwechslungsreicher sein können, zumal das Instrumental von "Brrr" beinah etwas zu überladen wirkt, aber alles in allem lässt sich das Release gut durchhören. Nur wenn die Line "Bei dir läuft" dann zum fünften Mal auf dem Gute Laune-Titel "#läuft" mit BRKN wiederholt wurde, macht sich ein gewisses Unbehagen breit. Von diesem Track mal abgesehen, kann der Berliner textlich durchaus überzeugen. Denn "Checkz nicht" bringt zum Beispiel trotz des abgedroschenen Themas die Gedanken über Vergänglichkeit amüsant auf den Punkt. Warum man allerdings in beinahe jedem Track den Titel der EP irgendwo nennen muss, ist mir auch nach mehrmaligem Hören unklar.

Schlussendlich bringt das Werk musikalisch natürlich nicht wirklich etwas Neues, aber die jazzigen, ruhigen Beats und die amüsanten Zeilen von Said haben durchaus ihren Wiederhörwert. Also "Jib ihm noch eene", aber im nächsten Teil dann mit etwas mehr Abwechslung.

(Lukas Päckert)

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