Pimf

Pimf – Memo

Hallo? Ist hier viel­leicht ei­ner, der mi­ch kennt?
Ich bin Jonas und den meis­ten bin ich fremd …

"Memo" schlägt die ers­ten Töne an und be­ginnt mit ei­ner Vorstellung des Protagonisten. Zumindest wenn wir über Jonas, den Jungen aus Hofgeismar, re­den, mag das zu­tref­fen. Doch nennt man das Kind beim Namen – oder zu­min­dest beim Namen des Alter Egos – wird aus Jonas plötz­li­ch Pimf und die Reichweite ver­grö­ßert si­ch. Auch als Pimf wird Jonas der Majorität Deutschlands im­mer no­ch kein Begriff sein. Und der Großteil de­rer, die ihn ken­nen, wer­den ihn auf sei­ne Videobattle-​Vergangenheit re­du­zie­ren. Aber die­ses Faktum soll­te si­ch spä­tes­tens durch "Memo" end­li­ch än­dern. "Facettenreichtum" heißt die Devise und so be­ginnt das Erstlingswerk.

Doch wo ord­net si­ch "Memo" am Ende des Tages ein? Irgendwo zwi­schen "Verdammt so­li­de für ein Debütalbum" und "Müssen die­se Lückenfüller wirk­li­ch sein?" trifft es da­bei wohl am bes­ten. Was da­bei so über­zeu­gend ist? Das Album hat sehr gro­ße Höhepunkte und das Potenzial, den Hörer ein­fach pa­cken und mit­rei­ßen zu kön­nen. Genannt sei­en da Anspielstationen wie "Papierflieger", "Philadelphia", "Schöne Grüße" oder "Horizont". Pimf trifft hier­bei den Zeitgeist mit den Themen, die er auf­greift. An dem Punkt, an dem sol­che Songs zu­sam­men­ge­fasst ei­ne ver­mut­li­ch groß­ar­ti­ge EP bil­den wür­den, wird "Memo" al­ler­dings durch Lückenfüller zu ei­nem Album des ge­ho­be­nen Standards kom­plet­tiert. Die Parts der Featuregäste MortisUmse und Damion Davis mö­gen für si­ch ge­nom­men zwar nicht schlecht sein, ver­bes­sern den Gesamteindruck der je­wei­li­gen Songs je­doch nicht we­sent­li­ch.

Aber letzt­end­li­ch ist das auch schon Meckern auf ho­hem Niveau. Was Pimf hier un­term Strich ab­lie­fert, ist be­ein­dru­ckend – spe­zi­ell für ein Debütalbum – und muss si­ch zu­recht nicht ver­ste­cken. Ob er nun durch "Memo" vom Tellerwäscher zum Millionär wird, sei zwar vor­er­st no­ch da­hin­ge­stellt. Mit ei­nem Feinschliff an ge­wis­sen Ecken und Kanten so­wie ei­ner mu­si­ka­li­schen Ausgereiftheit an ein­zel­nen Stellen hat er aber de­fi­ni­tiv das Potenzial, et­was Großes – viel­leicht so­gar Klassiker – zu er­schaf­fen. Und ge­n­au das un­ter­streicht "Memo". Vielleicht ist es no­ch nicht ganz so zeit­los, wie es sein könn­te, aber sum­ma sum­ma­rum ein wirk­li­ch schö­ner Vorbote für das, was no­ch kom­men mag.

(Lukas Maier)

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