Prinz Porno – pp=mc²

Du hast richtig gehört:
Prinz Porno ist zurück, jetzt werden die Bitches zerstört ...

Es gab immer mindestens so viele Leute, die etwas an ihm auszusetzen hatten, wie Leute, die ihn durchweg feierten. Und das schon seit geraumer Zeit. Lange bevor Bob Dylan ihm einen kaputten Kompass in die Hand drückte, er völlig grundlos rebellierte, uns sein ganz eigenes Prinzip erklärte und es auf Albumlänge donnerte, war Friedrich Kautz schon als Rapper aktiv. Damals, als Prinz Pi noch Prinz Porno hieß. Angeblich sind diese Zeiten wieder zurück.

Denn mit "pp=mc²" feiert Prinz Porno sein Comeback und das bedeutet, dass erst einmal sämtliche Fronten geklärt werden müssen. Soll heißen: Es knarzt und rumpelt aus den Boxen, die Hälfte aller "wack MCs" findet Erwähnung, der Rest wird schonungslos ignoriert. Nostalgie wird in ein zeitgenössisches Oldschool-Feeling umgemünzt und man betont immer und immer wieder, dass Porno noch der Alte sei. Doch gerade Letzteres möchte man ihm irgendwie nicht so ganz glauben, auch wenn einem bewusst ist, dass man dadurch direkt zu den von Porno oft erwähnten Kritikern seiner Stilbrüche gehört. Dennoch hört sich das Ganze halbgar an – und zwar nicht auf die rohe, bissige 808-Weise, wie das früher der Fall war. Viel eher klingt "pp=mc²" unmotiviert und witzlos. Ein erzwungener Versuch, an die kryptischen, battlelastigen Zeilen von damals anzuknüpfen. Allerdings nicht gänzlich: Hier und da scheint Porno sich nicht komplett in Pi aufgelöst zu haben. Denn Anspielstationen wie "Weisheitszene" mit jazzigem Sample-Sound und allem voran das grandiose "Parfum (Eau de Porneau)" könnten auch problemlos als neu aufgelegte Tracks von anno dazumal verkauft werden. Ist eine Rückkehr zu den Wurzeln von Porno überhaupt möglich? Oder muss man sich an diese neue, alte Facette von Friedrich Kautz erst gewöhnen?

Wie bei jedem Stil, an dem sich der Künstler versucht, gibt es vieles zu bewundern und zu genießen, aber auch vieles zu kritisieren und zu bemängeln. Ein tatsächliches, geglücktes Porno-Comeback scheint "pp=mc²" in meinen Augen jedoch noch nicht zu sein.

(Daniel Fersch)

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